Entstehung der Narrenzunft Kehler Schlammhexen

mit dem Kehler Goldonkel von 1802 e.V.

Liebe Närrinnen, Narren und Fasnachtsfreunde,

herzlich Willkommen auf der Homepage der Narrenzunft Kehler Schlammhexen mit dem Kehler Goldonkel von 1802 e.V.

Da ihr auf dieser Seite gelandet seid, wollt ihr wahrscheinlich etwas über uns Schlammhexen erfahren.

1995 trafen sich, wie schon Jahre zuvor, einige Fasnachter, um das närrische Treiben in Kehl und Umgebung als Zuschauer zu verfolgen.

Aus diesem Fasnachtsinteresse und der guten närrischen Laune heraus entstand die Idee, sich nicht nur als Zuschauer an der Fasnacht zu beteiligen, sondern diese aktiv zu erleben und mit zu gestalten.

Den Gründern war es hierbei wichtig, nicht einfach nur eine Narrenzunft zu sein, sondern man suchte einen historischen Hintergrund, um auch mit der Stadt Kehl in Verbindung gebracht werden zu können und das am besten als
Hexenzunft!

In den Archiven der Stadt Kehl stolperte man schließlich über die seit Jahrhunderten immer wiederkehrenden Überschwemmungen der Rheinauen und auch der Stadt Kehl selbst.

1313 wurde die Überschwemmung der Stadt das erste Mal urkundlich erwähnt.

Nach jeder Überflutung blieb eine Menge Schlamm in den Straßen und Gärten der Kehler Bevölkerung zurück.

25.03.1995 „Hieraus lässt sich doch was machen!“, dachten sich unsere Fasnachter und gründeten die Narrenzunft Kehler Schlammhexen.

Auch bei der Häsgestaltung machte man sich natürlich Gedanken.

So stellt das Braun der Maske den Schlamm dar, welcher nach einer Überschwemmung immer zurückblieb.

Das Hals- und Kopftuch, sowie die Schürze in Rot als Signalfarbe verdeutlichen die Gefahr einer solchen Überschwemmung.

Das blaue Oberteil symbolisiert das Wasser des Rheines, mit all seiner Kraft.

Das sanfte Grün des Rockes wurde den üppigen Rheinauen und -wiesen nachempfunden.

Abgeschlossen wird das Häs durch eine weiße „Hexen-Unterbüx“, rotgrün geringelte Socken, Handschuhe (rot/grün) und Strohschuhe mit roter Randung.

11.11.2000 Da man eine Horde Hexen ja nicht einfach so durch die Straßen rennen lassen kann, obliegt es nun dem Zunftmeister, in Form des Teufels, die Meute zu bändigen.

2005 bewarb sich die Zunft um die Aufnahme in den Förderverein Kehler Fasnacht e.V. (FKF) und wurde nach zweijähriger Probezeit vollwertige Mitgliedszunft.

Nun heißen die Schlammhexen ja nicht nur Narrenzunft Kehler Schlammhexen, sondern der Goldonkel fehlt ja noch…

26.03.1884 Zum historischen Hintergrund ein Bericht aus der Zeitung von damals:

„Der Goldonkel ist gestorben!“

Der „Goldonkel“ ist lange Jahre hindurch zu einer typischen Figur in Kehl geworden – ein alter, hagerer Mann mit grauen Bartstoppeln, in der Dienstmütze eines Angestellten, den man, wenn er durch die Straßen ging, beobachten
konnte, wie er sich zuweilen bückte um Zigarettenstummel, alte Schuhnägel oder dergleichen aufzulesen.

Von derselben Dürftigkeit, wie er auf der Straße erschien, waren auch seine Genüsse, indem er sich, aus Sparsamkeit, bloß die tägliche Nahrung gestattete.

Zuweilen an vaterländischen Festen, zeigte er sich in Uniform mit Schiffhut und Degen an der Seite – er war früher im Staatsdienst als Zollbeamter und lebte seit längeren Jahren im Pensionsstand.

Der Goldonkel war nie verheiratet; vorgestern wurde er während eines Ganges durch die Stadt Kehl von einem Schlaganfall getroffen und verstarb mit nahezu 82 Jahren.

Infolge seiner großen Sparsamkeit sammelte er ein sehr beträchtliches Vermögen an, welches er nun durch Testament seinen Verwandten hinterlässt.“

2009 wird der Goldonkel als Einzelfigur in die Narrenzunft aufgenommen.

Hintergrund hierfür war, eine noch engere Verbindung mit der Stadt Kehl auf historischer Grundlage herzustellen, sowie die Bewerbung um Aufnahme in den Ortenauer Narrenbund (ONB).

01.08.2009, die Zunft wird in die heute überregional bekannte „Narrenzunft Kehler Schlammhexen mit dem Kehler Goldonkel von 1802 e.V.“ umbenannt.

2010 bewarb sich die Zunft, wie bereits oben erwähnt um die Aufnahme in den Ortenauer Narrenbund.

2012 schließlich beschloss die Jahreshauptversammlung des Ortenauer Narrenbundes die Kehler Schlammhexen als ordentliches Vollmitglied in den Verband aufzunehmen.

Zu guter Letzt noch das Original-Gedicht, das die Geschichte der Kehler Schlammhexen erklärt:

Ein junges Mädchen ging allein, in den Kehler Wald hinein.
Doch plötzlich steckte sie im Moor, kam allein nicht mehr hervor.

Da kam ein Waldschrat hässlich und klein, konnte das Mädchen aus dem Schlamm befreien.
Zum Dank wollte er des Mädchens Liebe, doch die schenkte ihm nur Verachtung und Hiebe.

Das hätte das Mädchen nicht machen sollen, denn plötzlich fing der Schrat an zu toben und tollen.
Und er verwandelte sich sogleich, in den Meister aus dem Hexenreich.

Sofort sprach er aus einem grausigen Fluch:
„Auf dem Kopf sollst du tragen ein Gestell und ein Tuch,
und statt mit deinen hübschen Beinen die Männer zu locken, sollst du sie bedecken mit rotgrünen Socken.

In dein Gesicht soll blicken kein Mann, darum soll es jetzt altern und bedeckt sein mit Schlamm.
Sollst nur noch im finsteren Walde leben und dich mit einem Besen in die Lüfte erheben.

Und bring mir die Leut ob Freund ob Verwandt, die werden dann auch zur Schlammhex verdammt.

Nur einmal im Jahr für wenige Wochen, kommt ihr dann aus dem Wald gekrochen.
Dann sollt ihr den Menschen eure Gutmütigkeit zeigen und den Winter aus ihrem Lande vertreiben.

Ist der Frühling zurück nach eurem Streben, sollt ihr wieder wie gewöhnliche Menschen leben.

Doch jedes Jahr zur selben Zeit, haltet den Besen und eure Kutten bereit.
Denn am 11.11. in der Nacht, begebt ihr euch in meine Macht.

Ja liebe Leut dann ist es soweit, dann beginnt eine neue Schlammhexen Zeit,
dann beginnt eine neue Schlammhexen Zeit!“